Warum Mitglied werden

Ohne Du gibt es kein Ich

Auszug aus GERLINGER ANZEIGER vom 21.02.2013

Dr. Hartmut Debler erklärt, warum auch heute noch Krankenpflegevereine ihren Sinn haben

Der Mensch braucht den Menschen. Auf diese Formel könnte man heute vielleicht die Tatsache bringen, dass es noch so etwas wie Krankenpflegevereine gibt. Diese sind eine rein baden-württembergische Einrichtung – in vielen Gemeinden gab es sie schon vor 150 Jahren. Nicht ganz so rund ist das Jubiläum des Krankenpflegevereins Gerlinger Höhe. 40 Jahre alt ist der Verein, der im März 1973 von der evangelischen Matthäusgemeinde für alle Bewohner der Höhe, also überkonfessionell, gegründet worden ist. Bei einem Festgottesdienst in der Matthäuskirche ist das 40-jährige Bestehen am Sonntag gewürdigt und gefeiert worden. Wir haben Dr. Hartmut Debler, der seit 2001 ehrenamtlicher Geschäftsführer des Vereins ist, zur Geschichte und zum heutigen Zweck des Krankenpflegevereins befragt.

Herr Debler, warum hat man vor 40 Jahren den Krankenpflegeverein Gerlinger Höhe gegründet?

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts haben in Gerlingen städtische Gemeindeschwestern, die vom Schwäbisch-Haller Diakonissenhaus abgeordnet wurden,  die ambulante Krankenversorgung geleistet. Weil dort mit der Zeit der Nachwuchs knapp wurde, mussten die Schwestern von unten die Höhe mitversorgen. Wahrscheinlich hat das, auch wegen der langen Wege, nicht immer perfekt funktioniert und so kam man auf die Idee, eine „normale“ Krankenschwester bei der Matthäusgemeinde anzustellen. 

Wie wurde das finanziert?

Die Stadt hat damals die Hälfte der Kosten übernommen, die andere Hälfte sollte von der Matthäusgemeinde kommen. Um diesen Anteil stemmen zu können, hat die Matthäusgemeinde einen Krankenpflegeverein gegründet und schon nach einem Monat 250 Mitglieder geworben. Unsere erste Krankenschwester konnte nur kurz bleiben, dann kam Frau Ziegler, die mehr als 20 Jahre bis zu ihrer Pensionierung die Krankenpflege auf der Höhe geprägt hat. Zuerst allein auf einer Halbtagesstelle. Dann ist der Bedarf mit der älter werdenden Bewohnerschaft weiter angestiegen. Zum Schluss brauchte es sieben Krankenschwestern in unterschiedlicher Teilzeit, um den Pflegebedarf zu bewältigen.

Was hat sich in den 40 Jahren sonst noch verändert?

Fast alles hat sich in dieser Zeit verändert. Verkürzt könnte man sagen, dass in den ersten 30 Jahren die Krankenpflege an erster Stelle stand und die Fürsorge, also das Dasein für die kranken Menschen, einfach dazugehörte. Seit etwa zehn Jahren ist es eher umgekehrt. Jetzt steht das Sich-Zeit-Nehmen im Vordergrund, denn für die eigentliche Pflege sind jetzt andere zuständig. Durch die Einführung der Pflegeversicherung ist die Pflege stark professionalisiert, aber auch reglementiert und bürokratisiert worden. Dennoch haben bis 2002 die Schwestern des Krankenpflegevereins die Menschen auf der Höhe bestens versorgt. Dann mussten wir als letzte Krankenpflegestationen dieser Art in der Landeskirche die Selbstständigkeit aufgeben: 2003 sind wir der Sozialstation angegliedert worden. 

Ist der Krankenpflegeverein jetzt nicht überflüssig geworden?

Ambulante Krankenpflege heute steht stark unter dem Druck eines knappen Zeitbudgets. Aber kranke, ältere Menschen brauchen auch mal ein offenes Ohr und freuen sich, wenn jemand ein wenig Zeit mitbringt und zuhört. Deswegen haben wir 2003 einen Besuchsdienst für betreuungsbedürftige Senioren eingeführt. Es war ein Glücksfall für die Höhe, dass Frau Projahn den Aufbau dieses Besuchsdienstes übernommen hat. Sie war davor schon etliche Jahre Krankenschwester unserer Krankenpflegestation und deshalb auch mit den Verhältnissen  und den Bewohnern hier bestens vertraut. Wir finanzieren zwei in Teilzeit angestellte Mitarbeiterinnen, die momentan von fünf ehrenamtlichen Helferinnen unterstützt werden. Sie schaffen gemeinsam im Jahr  500 bis 600 Besuche bei 40 bis 50 Nachbarn auf der Höhe. Mal sind sie nur zehn Minuten da, mal bleiben sie auch mehr als zwei Stunden.  Manchmal entstehen  über die Zeit auch ganz enge persönliche Beziehungen. Als Antwort  auf die demografischen Veränderungen verfolgt die Politik das Ziel einer wohnortnahen Versorgung und Betreuung der Senioren, was man auch als Quartierskonzept bezeichnet. Die Gerlinger Höhe ist in diesem Sinne ein solches Quartier und der Krankenpflegeverein und die Matthäusgemeinde sind fast die einzigen, die dafür Angebote machen.

Was sagen Sie Menschen, die meinen „einen Krankenpflegeverein brauche ich nicht“?

Da gucke ich etwas skeptisch, denn niemand – auch wenn er 60 oder 70 ist, sich gesund und fit fühlt -  weiß, was noch auf ihn zukommen wird. Wir leiten einen Teil unserer Beitragseinnahmen an die Sozialstation weiter. Unsere Mitglieder erhalten deshalb auch einen kleinen Nachlass, wenn sie Pflegeleistungen der Sozialstation benötigen. Doch wir werben nicht mit diesem „Anreiz“ und er sollte auch nicht den Ausschlag geben. Vielmehr agiert der Krankenpflegeverein  nach dem Grundsatz, im Geist christlicher Nächstenliebe Kranke zu pflegen und in Notfällen zu helfen. So steht es auch in der Satzung. Jeder kann in eine Notlage kommen. Wir sagen daher: Spendieren Sie sich ein gutes Gefühl und werden Sie Mitglied. Viele spenden doch auch gern an „Brot für die Welt“ oder „Terre des hommes“, weil sie Gutes tun wollen, aber nicht selbst aktiv werden können. Warum nicht vor Ort mit einem kleinen Beitrag helfen und damit Haustüren öffnen? Es hängt ja auch von uns selbst ab, wie wir gemeinsam älter werden.

Die Fragen stellte Barbara Bross-Winkler

 

 

Antrag auf Mitgliedschaft

Der Krankenpflegeverein Gerlinger Höhe ist eine Einrichtung unter dem Dach der Evangelischen Matthäusgemeinde.

Der Verein ist finanziell eigenständig und über-konfessionell; somit ist die Mitgliedschaft im Verein offen für alle Bewohner der Höhe.

Die Mitgliedschaft schließt die eigenen Familienmitglieder ein. Die Sozialstation Gerlingen gibt Mitgliedern bei Pflegeleistungen einen besonderen Preisnachlass (gestaffelt nach Mitgliedsjahren).

Weitere Informationen erhalten Sie im Gemeindebüro

buerodontospamme@gowaway.matthaeuskirche.org 

Tel. 07156 - 2 16 00, Di 14-17 Uhr, Do 9-12 Uhr

Vorschlag für Ihren Antrag

Ich möchte die Aktivitäten des Krankenpflegevereins Gerlinger Höhe unterstützen und deshalb Mitglied werden.

Der Mindestbeitrag beträgt 35 € pro Jahr. Der Verein ist immer sehr dankbar, wenn die Mitglieder diesen Mindestbeitrag nach eigenem Ermessen anheben.

Der Jahresbeitrag kann steuerlich als Spende geltend gemacht werden.

Mein Jahresbeitrag soll   ………….    Euro betragen

 

__________________________________________ Datum Unterschrift

Name ………………………………………. ……………………………..........

Vorname ………………………………………………………………….........

Straße …………………………………… .. …………….      Nr. ………...

PLZ …………….Ort …………………………………      Tel-Nr. ……………

 

Ich bin an einer Mitgliedschaft interessiert und bitte um nähere Informationen.

 

Name …………………………………………..  Tel-Nr. …………………

 

Bitte schicken  Sie dieses Blatt an die untenstehende Adresse oder senden Sie eine entsprechende e-mail .

Evangelische Matthäusgemeinde Gerlingen

Pfarramt Dietrich Bonhoeffer-Platz 1

70839 Gerlingen

Tel. 07156 - 2 16 00; Fax 07156 - 27 05 09

e-Mail: buerodontospamme@gowaway.matthaeuskirche.org