Gottesdienste in unserer Gemeinde

"Der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene" (Matthäus 20,28). In diesem Sinn ist der Gottesdienst ein Dienst Gottes an uns, um uns gut zu tun. 

 

 

Gottesdienstzeiten 

entnehmen Sie bitte dem Terminkalender und dem Gemeindebrief

Festgottesdienst zum Reformationsfest am 31. Oktober 2017 (Feiertag)

Wir verweisen auf den Einladungstext im Gemeindebrief Nr. 2 / Juni 2017 unter dem Titel "Zum Reformationsfest 2017" von Matthias Sigmund (auf Seite 5 des Gemeindebriefes).

...am 31. Oktober 2017 um 10 Uhr - mit anschließendem Empfang...

...wir laden dazu herzlich ein und freuen uns, dass bereits vor geraumer Zeit Frau Dr. Nicola Leibinger-Kammüller als Kanzelrednerin ... zugesagt hat ... sie ist auch Mitglied des Kuratoriums der Internationalen Martin Luther Stiftung...

 

 

Juli 2015: 50 Jahre Evangelische Matthäusgemeinde Gerlingen

Jubiläumsfeier am 12. Juli 2015

Im Jahr 2015 feierte die Evangelische Matthäusgemeinde Gerlingen ihr 50jähriges Bestehen. Neben zahlreichen Einzelveranstaltungen anlässlich dieses besonderen Jubiläums fand am 12.7.2015 als eindrucksvoller Höhepunkt der Feierlichkeiten ein glanzvoller Festgottesdienst in der Matthäuskirche statt. Eine große Ehre und Freude für die Gemeinde war es, dass sich der Landesbischof der Evangelischen Landeskirche Württemberg, Dr. Frank Otfried July, bereit erklärt hatte, zu diesem besonderen Anlass die Festpredigt zu halten. Die musikalische Gestaltung lag in den Händen eines Kammerorchesters, bestehend aus Mitgliedern des Bach-Collegiums Stuttgart unter der Leitung von Prof. Hans-Christoph Rademann, dem renommierten Chef der Internationalen Bachakademie Stuttgart. Als Solisten waren die junge Sopranistin Laura Verena Incko und der virtuose Trompeter Sebastian Zech zu hören. An der Orgel begeisterte der international gefeierte Organist Christian Schmitt, u.a. ECHO Klassik-Preisträger 2013 für seine Aufnahme der Orgelsinfonien op. 42,3 und op. 69 von Charles-Marie Widor. Nach einleitendem Glockengeläut eröffnete das Bach-Collegium Stuttgart den erfreulicherweise sehr gut besuchten Gottesdienst mit der schwungvoll und dynamisch musizierten „Sinfonia Nr. 8“ aus der Kantate „Die Elenden sollen essen“ BWV 75 von Johann Sebastian Bach. Kunstvoll in diese wundervolle Musik eingebunden ist der Choral „Was Gott tut, das ist wohlgetan“, dessen Melodie vom Trompeter Sebastian Zech klangschön gespielt wurde und der auch im Verlauf des Gottesdienstes von der Gemeinde gesungen wurde. 

Pfarrerin Schmid gab in der Begrüßung der Gottesdienstbesucher ihrer Freude Ausdruck, dass eine ganze Reihe ehemaliger Pfarrer der Matthäusgemeinde und viele Gemeindeglieder der ersten Stunde an diesem Sonntag den Weg in die Matthäuskirche gefunden hatten.

Als Psalmgebet war für diesen Gottesdienst der Psalm 100 vorgesehen, der von den Konfirmanden und der Gemeinde im Wechsel gesprochen wurde. Nach dem Eingangsgebet mit Klinikpfarrerin Anna-Lena Frey und dem Stillen Gebet folgte der musikalische Höhepunkt des Gottesdienstes. Zur Aufführung kam die Solo-Kantate BWV 51 „Jauchzet Gott in allen Landen“ von Johann Sebastian Bach, eine der bekanntesten Kantaten des Komponisten, die wohl 1730 in Leipzig entstand und für den 15. Sonntag nach Trinitatis vorgesehen war. Als eine der wenigen Kirchenkantaten trägt das Autograph Bachs handschriftlichen Vermerk „et in ogni tempo“, was den Text in gewissem Maße von dem Anspruch entbindet, in Bezug zur Evangelienlesung des entsprechenden Sonntags zu stehen. Das Werk ist in seiner einleitenden Arie und dem vierten Satz ganz auf Jubel und Lobpreis Gottes ausgerichtet, während die Binnensätze, das Rezitativ und die zweite Arie, den Charakter eines Gebetes haben. Der Choralstrophe „Sei Lob und Preis mit Ehren“ (aus dem Choral „Nun lob, mein Seel, den Herren“ von Johann Gramann, 1549) ist ein abschließendes „Alleluja“ angefügt. Und was wäre zu diesem Anlass passender gewesen als dieses wunderbare Werk, dessen Besetzung in Bachs geistlichen Kompositionen einmalig ist und sowohl der Solostimme als auch der Trompete sehr große Leistungen bezüglich Tonhöhe und Virtuosität abverlangt. Laura Verena Incko, Sopran, und Sebastian Zech, Trompete, begleitet vom Bach-Collegium Stuttgart, musizierten das anspruchsvolle Werk technisch brillant und musikalisch bewegend und zu Herzen gehend.

Nach der Schriftlesung (Jesaia 43, 1–7), von KGR Matthias Sigmund vorgetragen, folgte als Zwischenspiel das von Christian Schmitt zu Gehör gebrachte „Adagio“ aus der Orgelsonate Nr. 1 von Felix Mendelssohn-Bartholdy. Nach dem Wochenlied „Ich bin getauft auf deinen Namen“ richtete Landesbischof Dr. July dann seine Worte an die Gemeinde, und zwar in einer Festpredigt, die ohne Übertreibung sowohl theologisch als auch rhetorisch als herausragend bezeichnet werden darf. Es war eine bewegende Ansprache, mit der sich der Prediger temperamentvoll, ansprechend, mitreißend und mit eindringlichen Worten an die versammelten Gottesdienstbesucher wandte. War diese Predigt zum einen nachdenklich stimmend, so doch auch Hoff- nung gebend: „... Und siehe ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“ (Predigttext Matthäus 28, 16–20). Froh und dankbar stimmte die Gemeinde in den Schlusschoral „Nun danket alle Gott“ ein, bevor Landesbischof Dr. July den Gläubigen den Segen spendete. Als musikalischer Abschluss dieses beeindruckenden Festgottesdienstes war das „Allegro“ aus der Orgelsonate Nr. 1 von Felix Mendelssohn-Bartholdy zu hören, dargeboten von dem bestechenden Organisten Christian Schmitt, der mit stupender Technik und großer Musikalität die Zuhörer in seinen Bann zog, nachdem er sich schon während des Gottesdienstes bei den abwechslungsreich und mit schön differenzierter Registrierung begleiteten Gemeinde- liedern als besonderer Musiker erwiesen hatte.

Nach dem Gottesdienst schloss sich ein Stehempfang vor der Kirche an. Dekan Friedrich Zimmermann eröffnete den Reigen der Grußworte, der von Dr. Angelika Schnell-Herb, der KGR-Vorsitzenden der Matthäusgemeinde, moderiert wurde. Es folgte Bürgermeister Georg Brenner, der in seinen Worten die Verbundenheit der Stadt Gerlingen zur Matthäusgemeinde hervorhob. Es schlossen sich Grußworte der Katholischen Kirchengemeinde Gerlingen, vertreten durch Frau Herrmann, und der Partnergemeinde Hirschberg, vertreten durch Frau Windrich an. Den Abschluss bildeten Pfarrer Dr. Weeber und Frau Feil als Vertreter der Gesamtkirchengemeinde Gerlingen. Danach gab es reichlich Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen – waren doch unter den Gästen unter anderen auch ehemalige Pfarrer der Gemeinde und auch die ehemalige Dekanin Elisabeth Hege aus Tübingen. Insgesamt gesehen war dies ein wirklich außergewöhnlicher, dem 50jährigen Gemeindejubiläum mehr als angemessener Festtag.

Wolfgang Schäffler